Hallo Welt – ich lebe noch :-)

Hallihallo! Liebe Website, nur für den Fall, dass sich nicht nur Spambots hierher verirren und meinem Analytics vorlügen, dass sie echte Besucher sind – dachte ich, ich lasse mal ein paar Worte da. Denn wenn ihr Menschen seid, freue ich mich sehr! Ich bin zur Zeit zwar nicht so aktiv, freue mich aber doch, dass mein Francis immer noch Leser findet. Und ich freue mich auch über Kommentare, Zuschriften, Rezensionen… Ach und falls jemand ein signiertes Taschenbuch möchte, ich hätte noch ein paar da, die momentan mein Wohnzimmer verzieren (aber mein Freund hätte sicher auch nichts dagegen, wenn sie in die Welt hinausziehen…) Schreibt mir einfach eine Mail an claudiamarlen.frank@gmail.com  :-)

Francis im Bücherregal

 

Eine gute Tat zum Start ins Neue Jahr

Hallo Leute!

Ganz lieben Dank an alle, die Francis‘ Geschichte bisher gekauft haben! Ihr habt eine gute Tat getan!

Wie versprochen hat er seine Einnahmen an die Aktion Deutschland Hilft gespendet. Ich habe den Betrag noch einmal verdoppelt, und großzügigerweise verdoppelt mein Arbeitgeber meine Spende auch noch einmal – und damit sind jetzt immerhin 328 € zu Gunsten von Flüchtlingen zusammengekommen :-)

DANKE!

 

Frohe Weihnachten!

Hallo ihr Lieben!

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr! Auf dass es ein gutes werde :-)

Claudia

P.S. Im Video versuche ich auf Gebärdensprache zu sagen: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Ganz fließend spreche ich das offensichtlich nicht 😉 Um ehrlich zu sein, kann ich nur ein paar einzelne Begriffe – und jetzt diesen Satz! Hatte ich ursprünglich für unseren (gehörlosen) Basketballcoach gedreht, aber vielleicht freut sich ja noch wer drüber oder wird inspiriert, ein paar nette Worte in einer anderen Sprache zu lernen …

 

 

Das Taschenbuch ist da – Francis, der fette Fee

Hallo Welt!

Endlich gibt es Francis‘ Geschichte auch als Taschenbuch bei amazon und anderen Online-Händlern zu bestellen :-)
http://www.amazon.de/dp/3739201231

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Bitte nicht irritieren lassen von der Aussage, dass das Buch derzeit nicht auf Lager ist – das ist immer so, wenn etwas neu in die Shops aufgenommen wird. In ein paar Tagen ist es trotzdem bei euch zuhause. Und wenn ihr lieber beim Buchhändler eures Vertrauens einkauft – mit folgender ISBN können die das Buch auch für euch bestellen: ISBN 9783739201238

Viel Spaß mit Francis!

 

Das Testtaschenbuch – und ein paar traurige Gedanken …

Hallo Welt!

Heute hat das gedruckte Probeexemplar meines Buches seinen Weg zu mir gefunden – und ich habe es durchgesehen und finde, das kann so bleiben. Ein Anlass zur Freude! Und eigentlich etwas, das ich gerne mit der Welt teilen möchte. Weil Freude teilen Spaß macht, und natürlich auch, weil ich hoffe, dass vielleicht der ein oder andere neugierig auf die Geschichte wird. Denn – Hand aufs Herz – ich wünsche mir Leser. So viele wie möglich. Aber schon den ganzen Tag ringe ich mit mir, ob ich jetzt etwas posten soll. Denn die Welt scheint aus den Fugen, so viele schreckliche Dinge sind passiert und passieren noch, und daneben ist mein Buch soooo klitzeklein. So unwichtig. Ich fühle mit, mit den Menschen, die in Paris oder in Beirut ihr Leben, ihre Lieben, oder ihre Gesundheit verloren haben. Ich fühle mit, mit den Menschen, die im Krieg ihre Heimat verloren haben und jetzt bei uns Schutz suchen. Ich möchte ihnen Respekt erweisen. Eine französische Flagge als Profilbild bei Facebook fand ich ein schönes Zeichen. Aber natürlich – warum für Frankreich und nicht für den Libanon? Also doch keine französische Flagge. Und jetzt stelle ich mir die Frage, wo ist die Grenze zwischen Mitgefühl für die Opfer, respektvoller Trauer, und sich von Terroristen ins Leben funken lassen? Was wird besser, wenn ich mein Buch einstauben lasse, wenn ich nicht mehr darüber spreche? Und ist es nicht gerade auch in schlechten Zeiten wichtig, dass Mut machende Geschichten ihren Weg finden? Dass sie dem einen oder anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder ein Schmunzeln entlocken?

Testtaschenbuch

Deshalb poste ich das jetzt. Und ich hoffe, dass niemand das als respektlos empfindet. Ich hoffe, dass wir eine gute Antwort auf den Terror finden, und ich hoffe vor allem, dass wir vor lauter Angst unsere Menschlichkeit nicht verlieren. Einander gegenüber und vor allem denen gegenüber, die Hilfe brauchen. Ein klein wenig hoffe ich auch, mit meinem Buch helfen zu können, denn die Einnahmen aus diesem Jahr werde ich an die Flüchtlingsorganisation „Aktion Deutschland Hilft“ spenden.

Das Taschenbuch wird übrigens noch ein klein wenig brauchen, das ebook gibt es in der Zwischenzeit schon …

 

 

Leseprobe – Francis, der fette Fee

Francis lugte durch das Schlüsselloch. Ordentlich aufgereihte Schühchen standen da, schick und modern, so wie es die hippen Feenmädchen heute trugen. Dann versperrte ihm eine Wand den Blick. Er wusste genau, dass der Flur nach links abbog, und in ihre Wohnstube mündete. Ach, wie sehr wünschte er sich dorthin, zum Duft der Sonnenblumen, zu der blauen Couch, auf der er schon so oft neben ihr gesessen hatte. Sie, die Beine angezogen, die Arme darum geschlungen, so gelassen lachend, dass ihre Flügel tanzten. Diese Flügel, die auf so wunderbare Weise das Licht brachen und in allen Farben schillerten. Francis schloss die Augen und lächelte bei der Vorstellung. Dann richtete er sich auf, strich das Jackett glatt, das er sich extra für den Anlass von seinem Onkel geliehen hatte, warf einen Blick auf den Strauß Wiesenblumen in seiner Linken – nicht dass diese schon die Köpfe hängen ließen – und klopfte. Nichts. Er klopfte noch einmal, lauter diesmal, dann legte er sein Ohr an die Tür und horchte. Nichts. Enttäuscht und gleichzeitig ein klein wenig erleichtert, dass er heute nicht mutig sein musste, ließ er die Blumen sinken und wandte sich zum Gehen.

»Hey, Fetti! Kein Glück heute?«

Francis erschrak, trat ins Leere, zappelte ein paarmal mit den Flügeln, die ihm aber nicht so schnell aus der Patsche helfen konnten, und purzelte die Stufen hinunter. Kling, klong, kling. Da lag er also im Dreck, vor Djamila und ihren Freunden. Umgeben von den Blumen, die ihm beim Fallen aus der Hand geglitten waren. Und hatte er tatsächlich gerade gesehen, wie Djamila Jonas’ Hand hielt? Ihre Freunde krümmten sich vor Lachen, fächerten sich Luft zu und zeigten auf ihn. Das Blut schoss ihm in die Wangen. Schnell rappelte er sich auf und wischte sich den Staub aus dem Gesicht.

»Hast du dir weh getan?«, hörte er Djamila fragen. Sie war einen Schritt auf ihn zugetreten und legte die Hand auf seine Schulter. Francis schüttelte mit gesenkten Augen den Kopf und wandte sich ab. Er wollte nicht, dass sie die Tränen sah, die ihm in die Augen traten. 

»Ich muss los. Hab es etwas eilig«, brachte er noch hervor, dann stapfte er los, bemüht lässig, während er in den Hosentaschen die Hände zu Fäusten ballte und sich vorstellte, Jonas eine zu verpassen.

Jonas also. Ein Bild der beiden, eng umschlungen, schlich sich in seinen Kopf, während er ziellos durch das Dorf lief. Wahrscheinlich war er selbst der Letzte, der davon etwas mitbekommen hatte. Wie hatte er sich nur einbilden können, eine Chance bei Djamila zu haben? Jonas und Djamila passten einwandfrei zusammen. Sie war schön, er stark und attraktiv. Die meisten Mädchen fingen an zu tuscheln, wenn dieser Adonis vorbei schwebte. Francis selbst dagegen, nun ja, er konnte nicht einmal seine Fußspitzen sehen, wenn er im Stehen an sich herunterblickte. Auch nicht, wenn er den Bauch einzog. Aber das musste sich ändern, das würde sich ändern.

Der kleine Fee atmete tief ein, schob die Schultern nach hinten und blickte sich um. Wie von selbst hatten seine Schritte ihn hierher geführt. Rasch schlüpfte er zwischen zwei Holzplanken hindurch in die Hütte am Straßenrand. Normalerweise achtete er darauf, dass niemand in der Nähe war, wenn er sein Versteck betrat, und spähte meist sogar noch einmal hinaus, um sich zu vergewissern, dass ihn auch wirklich niemand gesehen hatte. Doch heute war es ihm egal. Mit wenigen Flügelschlägen durchquerte er das Zimmer und landete hinter einem ausrangierten Sessel. Sonnenstrahlen fielen durch ein Loch im Dach und ließen die Staubschicht glitzern, die sich über rostige Gerätschaften und alte Möbelstücke zog. Eine neue Spur führte darüber hinweg, Fußabdrücke, die im Zickzack verliefen und von der Suche ihres Besitzers nach Essbarem erzählten. Sie führten zu Francis’ geheimem Honigvorrat. Sollten sie doch. Er würde ihn nicht mehr brauchen.

Mit geübten Griffen zog Francis die Holzkiste unter dem Sessel hervor und öffnete das Vorhängeschloss. Er seufzte. Dann nahm er das Buch heraus und setzte sich auf den Boden. Seine Finger strichen über den Einband, fuhren zwischen die Seiten und schlugen es auf. Es kam ihm vor, als verblasste die Tinte jedes Mal ein Stückchen mehr, wenn er sich anschickte, die krakelige Handschrift zu entziffern, als lösten sich die Seiten unaufhaltsam unter seinen Händen auf. Einmal mehr versank er in den Buchstaben, die lange vor seiner Geburt geschrieben worden waren und die Sehnsüchte eines anderen dicken Jungen beschrieben. Seine ganze Kindheit lang hatte er seinen Vater gehasst. Mit Leidenschaft. Weil er sie verlassen hatte. Und weil er ihm diesen dicken Bauch vererbt hatte. Zumindest hatte das sein Onkel so erzählt, um ihn aufzumuntern, als ihm mal wieder die Spottverse der anderen Feenkinder nachhallten. Er hatte die ausladende Wölbung um seine Körpermitte als »gemütlichen Bauch« bezeichnet, um es besser klingen zu lassen. Aber Francis war klar, dass die meisten Feen ihn abschätzig betrachteten, denn Feen waren nicht dick. Er war anders, gehörte nicht dazu. Der Reim hing ihm noch immer im Kopf:

Francis, der fette Fee, da tut das Anschauen weh, Francis, mit dem dicken Bauch, den Berg hinab, da rollt er auch.

Dafür und für alles Schlechte hatte er seinen Vater verantwortlich gemacht. Doch dann hatte er eines Tages nach dem Tod seiner Mutter auf dem Speicher das Tagebuch entdeckt. Und das erste Mal in seinem Leben hatte er eine tiefe Verbundenheit empfunden. Was er auf den Seiten las, waren niedergeschriebene Gedanken, die fast genauso schon hundertfach durch seinen eigenen Kopf gewandert waren. Wie konnte er jemanden hassen, der war wie er selbst? Den Einzigen, der war wie er selbst? Francis schüttelte den Gedanken ab und steckte das Tagebuch seines Vaters in die Brusttasche seiner Latzhose. Das dämliche Jackett seines Onkels zog er aus und warf es achtlos auf den Sessel. Er würde das Feenreich verlassen, so wie er es sich schon tausendmal vorgenommen hatte. Diesmal würde er es tun. Er würde auf den Spuren seines Vaters wandeln, die Welt erkunden und irgendwann als großer Abenteurer mit gestählten Feenmuskeln zurückkehren. Vielleicht würde Djamila dann endlich mehr in ihm sehen als den trotteligen, dicken Nachbarsjungen.

***

»Wo ist er hin?« Die Folfin Fabila blickte von den Fußabdrücken ihres Verlobten, die sich klar und deutlich im festen Sand abzeichneten, zu ihrem Kameraden Bulu. Dieser starrte mit offenem Mund zu der leeren Stelle an der Seite der Folfin. Die Szenerie war in ein merkwürdig helles Licht getaucht, das jedoch sogleich wieder verblasste und den Strand der Dunkelheit zurückgab. Als wäre eine Sternschnuppe direkt über ihren Köpfen vorbeigezogen, anstatt in Milliarden von Lichtjahren Entfernung.

»Genau da war er eben noch«, murmelte der Folf und zeigte mit dem Finger auf den Boden.

»Aber wo ist er jetzt?« In Fabilas Stimme mischte sich ein Hauch von Panik. »Spielt ihr mir einen Streich?« Sie drehte sich einmal um ihre Achse und tastete ihre Umgebung mit den Augen ab. Sie sah dunkles Wasser, den schmalen Sandstrand, an dem sie standen, die breithüftige Gestalt ihre Freundes Bulu und dahinter das steil in den Himmel ragende Kliff und den Pfad, den sie hinabgeklettert waren.

»Bulu, was ist hier gerade passiert?« Sie suchte den Blick des Freundes. Der Wind blies ihr das blaue Fell in die Augen. Vergeblich versuchte sie, es hinter die großen, spitzen Ohren zu schieben und so zu bändigen. Bulu hatte sich nun aus seiner Schockstarre gelöst und sah sich ebenfalls in der Bucht um. Dann blieb sein Blick an den ruhig einlaufenden Wellen hängen.

»Das Meer. Es muss etwas aus dem Wasser gekommen sein und ihn geholt haben. Wir müssen hier weg! Sonst sind wir bestimmt die Nächsten!« Bulu lief landeinwärts, stolperte, richtete sich auf und kletterte hastig den Pfad hinauf. Nach ein paar Metern drehte er sich um: »Los, Fabila!«

Fabila stand fassungslos auf der Stelle und sah zu, wie eine Welle die Fußspuren ihres Verlobten überspülte und sie zu unförmigen Sandlöchern werden ließ.

»Was kommt uns holen?«

»Ich weiß es doch nicht. Aber was auch immer es war, es kann doch nur aus dem Wasser gesprungen sein und ihn hineingezerrt haben. Jetzt geh schon da weg!«

»Ohne Kärlchen gehe ich nirgendwohin. Wenn es ihn hat, soll es mich auch haben!« Mit diesen Worten machte Fabila einen Schritt in Richtung des Wassers und steckte ihren großen Zeh hinein.

»Nein. Tu das nicht!«, schrie Bulu und rannte zurück, um sie aufzuhalten. Doch ehe er sie erreichte, schloss Fabila die Augen, hielt sich die Nase zu und machte einen Satz nach vorne.

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Warum mein Fee eine Neuauflage braucht

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Man könnte meinen, Wunderwesen wie Feen machten keine Fehler. Man könnte meinen, sie wüssten alles, könnten alles, und ihre Wünsche gingen immer in Erfüllung. Und sie könnten einem selbst alle Wünsche erfüllen. Vielleicht ist das auch eigentlich so – aber als Autor kann man ihnen bei diesem Anspruch ganz schön im Weg stehen. Denn die armen Kerle müssen ja tun, was man ihnen vorschreibt!

Und deshalb bin wohl ganz alleine ich Schuld, dass eine recht dumme Kinderkrankheit, gegen die es reichlich Prophylaxemöglichkeiten gegeben hätte, meinen Fee für fast ein Jahr außer Gefecht gesetzt hat. Anstatt hinauszuziehen in die große, weite Welt und Freunde zu finden, musste er sich durch zahllose Therapiestunden quälen, eine Stilberatung über sich ergehen lassen, mit mir um Worte ringen oder unendlich gelangweilt und ganz alleine im Schrank sitzen und auf Genesung warten.

Und deshalb habe ich ihm versprochen, dass ich alles tun werde, um das wieder gut zu machen. Dazu gehört, ihm mit einer Neuauflage eine neue Chance zu verschaffen – und von meinen Fehlern zu erzählen, vielleicht kann ja jemand was daraus lernen. (Jede gute Tat macht einen Fee glücklich.)

Diagnose: ZGK

Mein kleiner Fee hatte also die sogenannte ZGK, kurz für Zielgruppenkrankheit. Die Folgen dieser Krankheit können für Bücher absolut verheerend sein. Denn wenn nicht klar ist, wer es lesen soll, wie prüft man dann, ob es für diese Gruppe potenzieller Leser geeignet ist? Ob es diese potenziellen Leser anspricht? Und woher sollen diese nicht definierten Menschen wissen, dass sie die Geschichte lesen sollen?

Dass man seine Zielgruppe schon zu Beginn eines Buchprojektes festlegen sollte, ist natürlich kein Geheimnis. Das git ja auch nicht nur für Bücher, sondern eigentlich für jedes Produkt, jede Kommunikationsmaßnahme. Oft macht man das ganz intuitiv richtig. Aber ich glaube, dass man sich die Zielgruppe gerade bei Erstlingswerken, die ja oft sehr lange brauchen, um in einem zu wachsen und ihren Weg aufs Papier zu finden, ganz besonders bewusst machen sollte. Man liest viel über das Schreiben, probiert viel aus, lernt viel dazu, die Ansprüche verändern sich, der Schreibstil verändert sich … So war das zumindest bei mir. Ich habe mein Buch über mehrere Jahre hinweg, mit vielen Pausen geschrieben. Ganz einfach, weil mich meine normale Arbeit sehr in Anspruch genommen hat. Und da habe ich nach den Pausen manchmal aus den Augen verloren, was ich davor im Gefühl hatte. Erst wollte ich ein Kinderbuch schreiben, dann eine Geschichte, die mich auch als Erwachsene noch begeistert, die also deutlich komplexer sein muss, und in der es auch etwas mehr zur Sache gehen kann – und dann wurde es ein Gemisch aus beidem. Da war es schwierig, eine Gruppe voll und ganz zu begeistern. Bei meiner Leserunde auf Lovelybooks, quasi beim live Kommentare Mitlesen, wurde mir klar, dass auch meine zahlreichen Überarbeitungsschleifen das nicht ausreichend ausgemerzt (und zum Teil sogar verschlimmert) haben.

Symptome zur Früherkennung der ZGK

Deshalb hier ein paar der mir inzwischen bekannten Symptome der ZGK:

  • Betaleser, die von manchen Stellen im Buch sehr überrascht sind
  • häufige Kommentare, dass es eine wunderschöne Geschichte für jemand anderen sei
  • und ein Gefühl akuter Unsicherheit beim Autor, was die Zielgruppe angeht

Na klar, akute Unsicherheit verspürt jeder Autor, Leser zu überraschen ist doch gut, und mein Buch kann ja nicht jeden umhauen. So dachte ich. Ja, mag sein. Trotzdem kann es sein, dass die Unsicherheit berechtigt ist, die Überraschung nicht an spannenden Wendungen sondern an Inkonsistenzen liegt, und dass das Buch für niemanden richtig ist.

Prophylaxemaßnahmen (& meine Ausreden, sie nicht zu nutzen)

Und hier noch ein paar Prophylaxemaßnahmen (die mir sicher geholfen hätten, und die ich aus den angegebenen, verständlichen und trotzdem dummen Gründen nicht oder nur unzureichend getroffen habe):

  1. Die Geschichte Betalesern aus potenziellen Zielgruppen zu lesen geben, bis man sich sicher ist

Ich war mir nicht sicher, ob meine Geschichte für ältere Kinder, Jugendliche, oder für märchenverliebte Erwachsene (wie mich) ist. Als Kind / Jugendliche hätte ich so etwas gelesen. Leider ist das inzwischen schon ein paar Tage her. In meinem Umfeld gibt es wenige Kids im Alter von 10-12 Jahren, und auch wenige Jugendliche. Erwachsene gibt es viele, aber so märchenverliebte Vielleser – auch eher mau. Na klar hätte ich im Netz suchen können, nachdem ich das Feedback von meinen engsten Vertrauten hatte. Aber a) wusste ich gar nicht, wo anfangen, b) das hätte ja noch länger gedauert, und c) wieso sollten die das machen? Da hätte ich mir ja d) wahrscheinlich als Gegenleistung ganz viele schlechte Geschichten durchlesen & sie kommentieren müssen. Und e) ich habe doch so wenig Zeit. Und f) woher weiß ich überhaupt, was das für Leute sind, und ob die gutes Feedback haben? (Das klingt ganz schön arrogant, aber ich wette, dass jeder Schreiberling so etwas Ähnliches schon mal gedacht hat …) Und in Bezug auf Kids: Kids findet man natürlich nicht als Betaleser im Netz. Das führt zur nächsten, wohl essenziellsten Prophylaxemaßnahme:

2. Ein professionelles Lektorat. Von einer Lektorin, die sich in dem Bereich auskennt

Nicht, dass ich nicht auf die Idee gekommen wäre, das predigt schließlich (zu Recht) jede/r der irgendetwas mit Büchern & (Self-) Publishing zu tun hat. Aber ich hatte doch so kluge Betaleser. Es haben sicher nicht alle Selfpublisher so kluge Betaleser. Und keine so detailverliebten, in Rechtschreibung bewanderten Mütter, die jeden Fehler aufstöbern. Und ich habe mir auch unendlich viel Mühe mit der Überarbeitung gegeben. Und ich kenne doch gar keine Lektoren, und was, wenn die gar nicht gut sind? Das ist ja schließlich auch nicht billig, ob mein Buch das wieder reinspielt? Und irgendwie weiß ich ja gar nicht, ob das Buch es überhaupt wert ist, den Aufwand hineinzustecken. Was, wenn das alles nur ein Hirngespinst ist, und jetzt gebe ich so viel Geld dafür aus?

Ich kann ein paar meiner Beweggründe immer noch nachvollziehen. Trotzdem stand ich mir damit selbst im Weg. Auch wenn, und gerade weil die Veröffentlichung meiner ersten, eigenen Geschichte mit wahnsinnig viel Unsicherheit behaftet war und mir ordentlich Muffensausen beschert hat, hätte ich mir das Leben viel leichter gemacht, das professioneller anzugehen und mein Buch als ein Produkt anzusehen, für dessen Erstellung man nunmal Dienstleister braucht. Wenn andere Autoren seit Jahrhunderten ein Lektorat brauchen, dann gehört das zur Erstellung eines Buches so dazu, wie einen Anwalt hinzuzuziehen, wenn man vor Gericht geht. Inzwischen habe ich eine wunderbare Lektorin gefunden, mit deren Hilfe ich meinen kleinen Fee wunderbar von seiner Zielgruppenkrankheit kurieren konnte. Das hätte ich alleine nie geschafft. Man kann auf sein eigenes Buch einfach nicht so einen ungetrübten Blick haben. Eine Lektorin zu finden, war übrigens gar nicht schwer. Ich habe eine E-Mail an eine Dame geschrieben, die mir auf Facebook durch sinnvolle, sachliche Beiträge aufgefallen war, und schwups, schon lief das. Jetzt weiß der kleine Fee, mit wem er auf Abenteuerreise gehen möchte. Mit im Geiste jung gebliebenen, alterslosen Menschen, die phantasievolle, märchenhafte Geschichten zu schätzen wissen.

Genesen – und jetzt? 

Neben intensiver Überarbeitung & zwei Schleifen Lektorat werde ich jetzt, bei meiner Neuauflage, noch ein paar andere Dinge anders machen, um Francis eine echte Chance zu geben:

  • Ein professionelles Cover. Es sieht einfach besser aus. Ich bin immer noch ein klein wenig stolz auf mein selbstgemachtes Cover. Aber abgesehen davon, dass es einfach viel zu sehr wie ein Kinderbuch wirkt (weil ich ja nicht wusste, für wen es ist), hat es auch einfach ein paar Schwächen, z.B. sieht mein Fee aus der Ferne (oder in klein) einfach nur noch aus wie ein weißer Fleck 😉 Trotzdem hat es mir Spaß gemacht, daran zu basteln (aber ich hätte in der Zeit, die ich dafür verwendet habe, wahrscheinlich auch ein halbes Buch schreiben können). Und das Neue von der Designerin ist echt schmuck :-)
  • Ein günstiger Preis. Kein Mensch kennt mich (außer den Menschen, die mich kennen, natürlich. Das sind aber nicht so viele). Kein Mensch interessiert sich für mein Buch. Ich kaufe zwar auch ständig teurere Bücher, und bin der Ansicht, dass gute Geschichten mehr Wert schaffen als ein Kaffee, aber Preise bestimmen sich nun mal aus Angebot und Nachfrage. Deshalb biete ich mein Buch zum Einführungspreis von 99 Cent und später für 2,99 € an (Taschenbuch 9,99 €).
  • Ein Vertriebskanal. Jedes Businessbuch predigt, dass es besser ist, in einer Zielgruppe eine möglichst hohe Durchdringung zu schaffen, als in vielen Zielgruppen jeweils ein paar Leute zu erreichen. Weil man dann eine Chance hat, dass die Menschen über einen reden, und es überschwappt. Das gilt auch und besonders für Vertriebskanäle. Deshalb werde ich für mein ebook den exklusiven Vertrieb von amazon, kdp select nutzen. Ursprünglich dachte ich, es sei wichtig, überall vertreten und auffindbar zu sein, und deshalb habe ich letztes Mal neben dem amazon-Dienst kdp noch den ebook Distributor neobooks genutzt, der auch alle anderen Vertriebskanäle bespielt. Das hat mir rein gar nichts gebracht. Ich habe eh nicht viele ebooks verkauft, sondern hauptsächlich Taschenbücher (da mein Buch zu sehr nach Kinderbuch aussah). Dennoch glaube ich, dass Auffindbarkeit für unbekannte Autoren irrelevant ist, da niemand nach ihnen sucht. Neulinge brauchen Sichtbarkeit, Awareness, und da stehen die Chancen nunmal höher, wenn man sich konzentriert und weniger Kanäle bespielt, in denen die Käufe gebündelt werden. Vielleicht (hoffentlich) taucht man ja dann irgendwann mal in irgendwelchen Listen auf … Das Taschenbuch werde ich weiterhin über BOD herausbringen.
  • Marketing. Ich freue mich schon, Geschichten zu meiner Geschichte zu erzählen. Diesmal werde ich nicht nach 5 Wochen damit aufhören – weil ich mir sicher bin, dass mein Buch jetzt so gut ist, wie es sein kann. Und ich werde mich überwinden, Dinge zu tun, die mir schwerfallen. Dinge, die nicht skalierbar sind. Wie auf dem Flohmarkt zu stehen, und mit Besuchern über meine Bücher zu sprechen.
  • Weiterschreiben. Last but not least, glaube ich, dass ich jetzt endlich wieder den Kopf frei haben werde, weiter zu schreiben. Irgendwie ging das nicht, ohne zu wissen, dass ich mit der Geschichte, die da draußen im Netz erwerbbar ist, mein wirklich bestes gegeben habe. Dabei hat der Fee doch noch so viele Flausen im Kopf …

Abschließend möchte ich noch sagen:

Je ne regrette rien (Ich bereue nichts).

Ich bin froh, dass ich aus meinem Schriftsteller-Kokon geschlüpft bin, und mich der Welt gestellt habe. Denn ich habe einiges gelernt. Klar hätte ich auch gleich alles richtig machen und total viel Glück haben können – aber ganz ehrlich – wann passiert das denn schonmal?

„Francis, der fette Fee“ ab jetzt vorbestellbar

Hallo Welt!

Endlich bin ich fertig mit der Überarbeitung meines Büchleins und ihr könnt es hier als Einführungsangebot für unschlagbare 99 Cent vorbestellen. Erscheinungstermin ist der 10.11.2015.

Nach extensiver Therapie & Stilberatung, sieht mein kleiner Fee doch jetzt sehr schmuck aus, nicht wahr?

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Aber er hat nicht nur ein neues Gewand, auch die inneren Werte sind jetzt noch ein Stück runder. Hier der neue Klappentext:

Was ist nur los im Reich der Fantasie? Ein Folf löst sich vor den Augen seiner Verlobten in Luft auf, Vampire verschwinden gleich scharenweise und müssen sich um das Überleben ihrer Art sorgen, und dann sind da noch diese seltsamen Sternschnuppen.

Francis, der dicke Fee, ist unglücklich verliebt. Um für seine Angebetete endlich mehr zu sein als nur der beste Freund, verlässt er das Feenreich – in der Hoffnung, eines Tages als strahlender Held mit gestählten Feenmuskeln zurückzukehren. Er stößt auf die traurige Folfin Fabila und beschließt, ihr zu helfen. Gemeinsam setzen sie alles daran, das Rätsel um die Verschwundenen zu lüften, und stellen bald fest: Ihre Welt ist nur ein Teil der Wirklichkeit …

Ich hoffe, Francis konnte euer Interesse wecken, und ihr habt Lust, mit ihm auf Abenteuerreise zu gehen. Ist echt ein charmanter Typ und gute Gesellschaft 😉

Und da er sehr auf Nächstenliebe, Toleranz und Hilfsbereitschaft steht, hat er sich dafür eingesetzt, dass wir die Erlöse aus seinen Verkäufen für Flüchtlinge spenden. Bis Ende 2015 geht also jeder Cent, den ich verdiene (ohne Abzug meiner Fixkosten) an die Hilfsorganisation Aktion Deutschland hilft.

Als Taschenbuch gibt es ihn auch bald, aber das dauert noch ein bisschen.

Ich hoffe, ihr habt viel Freude mit Francis!